Lautes Spielzeug weniger nervig machen
Kurz vor dem Jahreswechsel findet alljährlich das wichtigste Familienfest des Jahres statt. Jedes Jahr pilgern hunderte Menschen für ein paar Tage zurück an ihre Geburtsstätten, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Soweit so bekannt.
"Weihnachten ist schlieĂźlich das Fest des Kindes."
- Loriot 1978 - Weihnachten bei Hoppenstedts
Hat man selbst Kinder, wollen Oma, Opa, Patentanten und -onkel – ganz im Sinne Loriots – natürlich auch etwas schenken. Ein Teil dieses Spielzeugs ist allerdings mit Lautsprechern ausgestattet, deren Qualität mehr als fragwürdig ist. Auch die Lautstärke ist mitunter bedenklich – zumindest für empfindliche Elternohren.
So auch bei einem unserer diesjährigen Geschenke: ein Disco-Bagger, der seinem Namen alle Ehre macht. Eigentlich ein witziges Teil. Selbst mir macht es Spaß, zuzuschauen und zuzuhören. Auch wenn der Song definitiv Ohrwurmpotenzial hat.
Schön wäre es, wenn die Hersteller eine Art Lautstärkeregler einbauen würden. Das können wir allerdings wohl kaum von Produzenten aus Provinzstädten fernöstlicher Volksrepubliken erwarten.
Als IT-affiner Mensch und ambitionierter Bastler dachte ich mir: Das lässt sich ändern. Kann ja nicht so schwer sein. Spoiler: War es auch nicht.
Viele dieser Spielzeuge haben einen denkbar einfachen Aufbau: ein Batteriefach, irgendeine Art von Mikrocontroller zur Steuerung der Funktionen, eine Handvoll LEDs und – in unserem Fall – einen Lautsprechertreiber. Die Komponenten sind entweder auf einem PCB untergebracht oder per Draht verbunden. Bei Drahtverbindungen funktioniert mein Vorgehen am besten. Im Folgenden beschreibe ich, wie ich vorgegangen bin.

Wie man in der Schemazeichnung erkennt, gibt es lediglich einen Ein-/Aus-Schalter. Weder Licht noch Lautstärke lassen sich regeln. Da das Lautsprechersignal analog ist, kann es einfach durch einen in Reihe geschalteten Widerstand abgeschwächt werden. Das reduziert gleichzeitig die Lautstärke.
Die Verbindung zwischen dem IC (der übrigens direkt auf dem PCB aufgedruckt ist) und dem Lautsprecher war glücklicherweise als Draht ausgeführt. Ich konnte sie daher durch ablöten am Lautsprecher problemlos trennen. Um die Lautstärke einstellbar zu machen, reicht ein fester Widerstand natürlich nicht aus. Ich hatte noch einige Regler aus einem alten Mischpult herumliegen, die sich gut für den Einbau in den Spielzeugbagger eigneten.

Den Regler habe ich vorab mit Drähten konfektioniert und die Anschlüsse mit Schrumpfschlauch isoliert. Das ist wichtig, denn trotz des großen Bauraums ist im Inneren wenig Platz, und der Regler sitzt sehr nah an anderen Bauteilen.
Im Schema ist das Potentiometer grün markiert. Ob der variable Widerstand vor oder nach dem Lautsprecher eingebaut wird, ist technisch egal. Wer Wert darauf legt, dass sich der Regler später „richtig herum" drehen lässt, sollte vorher prüfen, welcher der beiden äußeren Anschlüsse verwendet werden kann. Nicht, dass man das erst nach dem Einbau merkt.
Zum Schluss noch ein passendes Loch in die Außenhülle bohren und den Regler einschrauben. Die Kunststoffverkleidung war für ein chinesisches Spielzeug überraschend dick – was sich allerdings positiv auf die Stabilität auswirkte.
Die richtige Wahl des Widerstands
Ein Tipp noch: Ich habe zunächst einen 10-kΩ-Widerstand verwendet. Im Nachhinein betrachtet ist dieser Wert viel zu hoch. Der nutzbare Drehweg zur Lautstärkeeinstellung beträgt nur wenige Millimeter, wodurch sich die Lautstärke kaum feinjustieren lässt.
Besser geeignet wären 2,5 kΩ oder sogar 1 kΩ. Wahrscheinlich werde ich das Bauteil noch austauschen. Der Bagger wird mit drei LR6-Batterien mit jeweils etwa 1,5 V betrieben. Nimmt man an, dass der kleine Lautsprecher rund 0,25 W Leistung umsetzt, erreicht man diese bereits bei etwa 80 Ohm. Ein 10-kΩ-Widerstand ist also deutlich überdimensioniert.
Fazit
Für den Umbau habe ich etwa zwei Stunden benötigt – und es hat sich gelohnt. Die Lautstärke lässt sich jetzt angenehm einstellen, kann bei Bedarf aber auch ordentlich aufgedreht werden. So macht das Spielzeug gleich doppelt Spaß. Und auch die Kids finden die neue Funktion ziemlich cool.